DER GEIST GEHT DURCH DEN MAGEN
Philosophie und Kochkunst in Frankreich
Wie schmecken Gedanken?
Es gibt Gedanken, die kann man sich auf der Zunge zergehen lassen. Denn auch Gedanken haben einen Geschmack. „Glück“ zum Beispiel schmeckt sehr unterschiedlich – je nachdem, ob man es à la Platon zubereitet oder à la Nietzsche; ob man ihm ein buddhistisches Aroma verleiht oder ein protestantisches. Mal kommt es als friedlich-harmonische Minestrone daher, mal als feuriges Curry. Es klingt vielleicht auf Anhieb überraschend, aber tatsächlich gibt es Leute, die behaupten, der Geist lasse sich auf diese Weise verköstigen: Christoph Quarch und Marietta Schürholz, Philosoph der eine, Köchin die andere.
Sinn und Sinnlichkeit, davon sind die beiden überzeugt, liegen nah bei einander, und Spiritualität und Philosophie sind ihrer Ansicht nach immer auch – eine Sache des Geschmacks. Deshalb haben sie das Seminar „L’Arôme de Vivre“ entwickelt, bei dem sie ein „philosophisches Fest“ der Sinne feiern und die Kunst des Denkens mit der Kunst des Kochens verbinden wollen – ganz im Sinne der alten Romantiker, die schon gesagt hatten, man müsse die Philosophen sinnlich und ihre Ideen ästhetisch machen, wenn man die Kraft des Geistes im Leben der Menschen tatsächlich zur Geltung bringen wolle.
Schön sind Speisen, die im Geist des Einklangs und der verstandenen Kontraste zubereitet werden. Marietta Schürholz
Wir hoffen, Sie finden diese Vorschau auf den Artikel aus dem Magazin VISIONEN interessant!
Es würde uns sehr freuen, Sie als neuen Abonnenten des Magazins begrüßen zu dürfen.

