Editorial Ausgabe Januar 2012
Liebe Leserinnen und Leser,
ein neues Jahr liegt vor uns – was es uns bringen wird, kann kein Mensch sagen. Glaubt man den Vorhersagen, dann wird es turbulent. Die bereits begonnenen Veränderungen werden noch tiefgreifender, alles scheint sich schneller zu drehen, hektischer zu werden; der ruhende Pol ist nirgendwo mehr zu finden, alles ist in Bewegung. Und wir Menschen rudern mit, versuchen mehr oder weniger erfolgreich unser Lebensboot im rauschenden Strom der Zeit zu steuern und die Balance und Übersicht zu behalten, um unser Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Jedes Jahr, gleich zu Anfang, definieren wir unsere Vorsätze und Ziele für das kommende Jahr, sind voller Vertrauen und guter Absichten, bis der nächste Lebensstrudel unsere Aufmerksamkeit beansprucht.
Dabei merken wir gar nicht mehr, dass wir im Kreis fahren, dass Gewohnheiten und die Schnelllebigkeit der heutigen Zeit den Kurs unseres Bootes bestimmen und wir das Steuer längst aus der Hand gegeben haben. Unter der Last des Alltags verschwinden unsere Ziele schon nach kurzer Zeit am Horizont, und wir kämpfen nur noch mit aller Kraft darum, unser Lebensboot vor dem Kentern zu bewahren. Fragen Sie, verehrte Leser und Leserinnen, sich dabei nicht auch manches Mal: Ist das Leben? ist das mit „erfülltem Leben“ gemeint?
Nein, weil wir nicht mehr eigenständig Handelnde sind, sondern nur noch Getriebene in einer Welt, die keine natürliche Ordnung und keine Beständigkeit mehr kennt und in der die Begriffe der Liebe, des Respekts und des Vertrauens anscheinend verloren gegangen sind. Weil wir kein Ziel mehr haben, sondern nur noch ohne Kompass umherirren, auf der Suche nach Glück und Zufriedenheit. Und weil wir mitten auf dem Lebensstrom, blind von der Gischt der Alltagshektik, geblendet von der Gier nach Mehr, vergessen haben, wo das rettende Ufer ist.
Wir müssen heute das Steuer für die Zukunft herumreißen, müssen wieder die Zufriedenheit in uns finden, müssen die Zeit anhalten, indem wir uns Ruheräume verschaffen, in denen wir wieder auf unsere innere Stimme hören lernen. Wir müssen etwas Beständiges in unserem Leben haben, das uns Wohlbefinden gibt und an dem wir unser Lebensziel ausrichten können, denn nur das Unvergängliche, Immerwährende wird uns die tiefe innere Freude schenken, die wir alle suchen. Wir dürfen es dann nicht mehr aus den Augen lassen, egal wo wir uns gerade befinden, und müssen mit Mut und Gottvertrauen auf dem Meer des Lebens vorwärts segeln.
Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, wünsche ich von Herzen ein glückliches neues Jahr, bleiben Sie gesund an Körper und Seele, behalten Sie Ihren Mut und Ihre Kraft, machen Sie auf Ihrem Weg zu Erkenntnis den nächsten Schritt und tragen Sie Ihr Glück mit einem Lächeln in die Welt!
Ihre

