IMPRESSIONEN zum Thema Tod und Sterben

IMPRESSIONEN zum Thema Tod und Sterben

Kolumne von Karl Gamper

Dies ist ein sehr persönlicher Bericht. Den braucht es auch, denn Sterben, Tod, die Vergänglichkeit des Körpers und alle Betrachtungen, die damit einhergehen, sind ein zutiefst privates und im Grunde intimes Thema. Ein Thema, das in unserer Gesellschaft tabuisiert ist. Über den Tod zu sprechen, noch dazu über den eigenen, ist in unseren Breiten kein Party-Hit.

Doch ich bin in einem Alter, in dem das Sterben des Körpers angeschaut werden will. Mit Demut. Mit Liebe. Mit Mitgefühl und Wachheit. Denn dieses Sterben wird kommen, wann auch immer, und die Hoffnung sagt: Mögen noch ein paar gute Jahre vor mir liegen.

Prägend ist für mich in diesem Zusammenhang ein Dialog zwischen Carlos Castaneda und seinem Mentor Don Juan. Bei einer der zahlreichen Begegnungen zwischen den beiden sagt unvermittelt der große Lehrer, Dekonstrukteur von Alltagswelten und Zauberer neuer Wirklichkeiten, Don Juan, zu seinem Schüler: „Du hast nur einen Fehler.“ Carlos Castaneda war von der Kraft und Direktheit dieser Aussage sehr betroffen. Im Grunde genommen: Betroffen! So taumelte er innerlich, um schließlich zu fragen: „Welchen? Was ist mein einziger Fehler?“

Don Juan richtete seinen Blick in der ihm eigenen Art direkt auf ihn und seine Worte waren wie der Knall einer Peitsche, als er sagte: „Du denkst, du hast ewig Zeit.“

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