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Mathias Grünewald, Isenheimer Altar (Quelle: wikipedia.de)

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Können wir den TOD überlisten?

Können wir den TOD überlisten?

Von der Lebensverlängerung zur Unsterblichkeit

Im Frühling beginnt das Leben erneut zu sprießen, und Ostern ist das Fest der Auferstehung. Wir wollen möglichst lange und gut leben und hoffen auch noch auf ein ewiges Leben nach dem Tod. Kommen sich Religion und Wissenschaft hier näher?

LEBENSVERLÄNGERUNG

Natürlich hängen wir am Leben. Ist der Körper bedroht, schützt er sich instinktiv und mit allen Kraftreserven. Und seit uns Menschen bewusst ist, dass jeder, der geboren wird, eines Tages sterben muss, gibt es den starken Wunsch und die unters c h i e d l i c h s t e n Versuche, dem Tod grundsätzlich zu entgehen. Ein frühes Zeugnis auf literarischer Ebene ist das auf Tontafeln erhaltene Gilgamesch- Epos aus Sumer (ca. 2.000 v. Chr.). König Gilgamesch sucht nach Unsterblichkeit, begibt sich auf eine wundersame Reise über den Fluss des Todes bis zu den Inseln der Seligen und muss sich schließlich doch seinem Schicksal als Sterblicher stellen. Viele vergleichbare Mythen aus den alten Kulturen, aber auch noch viel ältere Funde von Grabbeigaben zeugen von dem Urtraum des Menschen, nach dem körperlichen Tod weiterzuleben oder womöglich gar nicht sterben zu müssen.

Heute sind wir dem Wunschtraum anscheinend näher gerückt als je zuvor. Da ist die Hoffnung, dass uns die Erkenntnisfortschritte in Wissenschaft und Medizin ein immer längeres, gesundes und erfülltes Leben ermöglichen. Tatsächlich hat sich ja die durchschnittliche Lebenserwartung in den vergangenen 100 Jahren fast verdoppelt. Das liegt nicht nur an der drastisch reduzierten Kindersterblichkeit, sondern auch an den Erfolgen neuer Forschungszweige wie der Molekulargenetik oder der Anti-Aging-Medizin. Immer mehr Menschen erreichen ein Alter von 90 und 100 Jahren und sind dabei geistig rege und munter. Da in der Biologie alles einer Regel folgt, hängt auch das Altern und Sterben von gewissen chemischen oder molekularen Prozessen ab, deren Steuermechanismen von Wissenschaftlern zunehmend kontrolliert und beeinflusst werden können.

Das Leben ist schwächer als der Tod, und der Tod ist schwächer als die Liebe! Khalil Gibran

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