40 Tage im Kloster des Dalai Lama
Ein Gespräch mit dem Th eologen und Journalisten Stephan Kulle
War Ihnen von Anfang an klar, dass die Dauer Ihres Aufenthaltes in Dharamsala 40 Tage sein sollten?
Das war mir sofort klar. Ich habe spontan gesagt, ich bleibe 40 Tage, weil das eine heilige Zeit ist. Es gibt dafür einige Vorbilder, wie beispielsweise die Fastenzeit zwischen Aschermittwoch und Ostern oder die Zeit, die Jesus in der Wüste verbracht hat.
Sie waren kurz nach Ihrer Ankunft im Kloster von den Gegebenheiten ziemlich enttäuscht…
Ich war schockiert! Ich kannte zwar die äußeren Umstände von Bildern, aber wenn man dann die Realität sieht, ist es noch einmal was ganz anderes. Auch weil Komponenten hinzukommen wie etwa der Gestank. Wenn Sie an einem Ort sind, der heruntergekommen ist, schrecklich aussieht und auch noch schlecht riecht, haut Sie das einfach um. Wenn das eigene Bett den Geruch von altem Schimmel und Moder verströmt, fühlt man sich selbst nachts nicht mehr wohl. Damit hatte ich schon meine Probleme, ähnlich wie mit den sanitären Verhältnissen. Am Anfang hat mich das alles erst einmal mitgenommen und ich denke, es ist nur ehrlich, das auch zuzugeben. Auf Lesungen treffe ich häufig Leute, die sagen, mir ging es ganz genauso, als ich in Indien war.
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