Ani Choying Drolma

Ani Choying Drolma

Tibets singende Nonne

In ihrer Wahlheimat Nepal ist Ani Choying Drolma ein Popstar, und auch international feiert die tibetische Nonne Erfolge mit einer Mischung aus traditionellen buddhistischen Gesängen und westlichen Arrangements. Seit ihrem vom US-Gitarristen Steve Tibbetts produzierten Debütalbum Cho 1999 begeistert Ani ein weltweites Publikum. Die Einnahmen aus den Verkäufen ihrer Tonträger fließen in ein Schulprojekt für Nonnen in Nepal. Nun hat Ani Choying Drolma ihre Autobiografie vorgelegt. Mit deren Erlös möchte Tibets singende Nonne eine Spezialklinik für Nierentransplantationen finanzieren.

Foto: Ralf Braum/Random House

In einem Kapitel deines Buches beschreibst du deine erste Reise in die USA und wie eine der dich begleitenden Nonnen nicht wieder mit zurück nach Nepal kam, weil sie ihr Glück in Amerika machen wollte. Du selbst bist in viele Länder gereist und genießt den Status einer Prominenz, von der viele Sängerinnen träumen würden. Wie schaffst du es, den vielen Versuchungen zu widerstehen und geerdet zu bleiben?

Ich versuche alles, was mir passiert, als großen Segen zu verstehen. Ich ziehe meine Kraft aus der Tatsache, dass ich die Menschen mit meiner Musik glücklich machen kann. Ganz gleich, ob es nur für einen kurzen Moment ist oder länger. Ich empfinde die Momente, in denen ich vor den Leuten singe, als etwas ganz Besonderes. Weißt du, ich singe nicht, um berühmt zu werden. Und ich singe auch nicht, um mich als Sängerin zu etablieren. Ich singe allein aus einem Grund: um die Projekte, die ich mir vorgenommen habe, ausführen zu können. Deshalb ist es nie mein Ziel gewesen, berühmt zu werden. Ich habe damit angefangen, um eine Schule für Nonnen gründen zu können, und als mir das gelang, habe ich mich einem Krankenhausprojekt zugewandt, das ich mit meinem Gesang oder dem Buch finanzieren kann. Der internationale Bekanntheitsgrad ist sozusagen ein Bonus. Er hat keine Priorität für mich, aber er hilft mir dabei, auf meine Projekte aufmerksam zu machen. Bislang hat der Erfolg mich nicht überrollt. Sollte ich mich ihm jemals doch hingeben, dann hoffe ich, dass ich mich in diesem Moment an meinen Lehrer erinnere und dass mich das auf meinen Lebensweg zurückführen wird. Ich fühle mich sehr geehrt, aber ich sehe den Hype um mich gelassen. Ich glaube, das basiert auf meiner buddhistischen Ausbildung.

Bislang hat der Erfolg mich nicht überrollt. Sollte ich mich ihm jemals doch hingeben, dann hoffe ich, dass ich mich in diesem Moment an meinen Lehrer erinnere und dass mich das auf meinen Lebensweg zurückführen wird.

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