Gelebte Spiritualität
„Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“ – die spirituelle Praxis ist keine Weltflucht, sondern wird im Alltag erprobt und bestätigt. Erfahrene geistige Lehrer und Praktizierende schreiben über bewährte Wege und Methoden zur Klärung und Entfaltung des Bewusstseins.
Schon vor 3000 Jahren wurde in den Veden der Yoga als ein Weg der Vereinigung mit dem Göttlichen beschrieben. VISIONEN gibt eine kurze Einführung in die frühen Klassiker des Yoga
Gesundheit, Heilsein und spirituelle Evolution beruhen nicht allein auf körperlicher Fitness und Vitalität, sondern auch auf der Entwicklung des menschlichen Bewusstseins und der Reinheit des Energiekörpers. Vor diesem spirituellen Hintergrund unterrichten die von Yogiraj Gurunath Siddhanath eingeweihten Lehrer die praktischen Wissenschaften des Kriya Yoga und Surya Yoga
Die Schulung des Atems – Pranayama – ist das vierte Glied oder Element des Yoga und spielt eine wesentliche Rolle bei der Befriedung und Klärung des Geistes. Achtsamkeit und Gewahrsein nach innen und nach außen werden durch die yogischen Atemtechniken erhöht.
Surya Namaskar – der Sonnengruß – ist weit mehr als eine vitalisierende Körperübung. Wird er unter Einbeziehung von Mantras mit einer Einstellung der Achtsamkeit und Harmonie geübt, wird daraus eine spirituelle Erfahrung.
Jeder von uns hat wohl so seine Vorstellungen von einem echten Guru und muss mit einer Enttäuschung rechnen, wenn die Erscheinung dem Bild ganz und gar nicht entspricht. Die folgenden Geschichten geben augenzwinkernd einen weisen Wink, was dann zu tun ist.
Sufische Liebesgedichte
Der Sufi-Mystiker Hafiz ist in seiner persischen Heimat ebenso hoch geschätzt wie Maulana Rumi. Sein „Diwan“ fehlt in keinem Haushalt und ist ein Klassiker der Sufi-Literatur. Die Funken spielerischer Gottesliebe, die aus seinen Versen sprühen, sind auch nach mehr als 600 Jahren voll unwiderstehlicher „Zündkraft“.
Gute Arbeit leisten ohne Leistungsdenken, ohne Streben nach Erfolg oder großes Interesse an der Sache – geht das überhaupt? Ja, wenn das Tätigsein einer vertrauensvollen und gleichmütigen spirituellen Geisteshaltung entspringt
Es ist schon eine Kunst, ein Leben nach spirituellen Kriterien zu führen. Doch wer kann uns verlässlich zeigen, wie es geht und wohin es geht? Anhaltspunkte für die Richtung der spirituellen Reise gibt der Qi Gong- Lehrer und Logotherapeut i.S. Sebastian Bauer in seinem Beitrag.
Der Meister sorgt für den Schüler wie eine Mutter für ihr Kind. Kein Schülerkind kann den Segen ermessen, den es dabei empfängt. Warum nicht einmal den Muttertag zum spirituellen Anlass nehmen und „Mutter Meister“ für diese nimmermüde Fürsorge danken?
Außergewöhnliche Bewusstseinszustände, wie die Außerkörperliche Erfahrung, schamanisches Fliegen oder der prophetische Traum, sind deutliche Hinweise dafür, dass der Mensch über große transzendentale Erkenntnisfähigkeiten verfügt. Diese Fähigkeiten sind nicht von der Vermittlung durch die physischen Sinne oder der datenverarbeitenden Aktivität des Gehirns abhängig...
Außerkörperliche Erfahrungen, wie sie willentlich in der Meditation oder ungewollt beim Nahtod erlebt werden, machen den Betroffenen klar, dass sie nicht Körper, sondern bewusste, geistig-spirituelle Wesen sind. Durch Nahtod-Erfahrungen gewinnen wir außerdem Erkenntnisse über den Sinn der Schöpfung und unseres Lebens. Das Jenseits wird jedoch nicht in allen Fällen als eine „lichte Welt“ erlebt. Christophor Coppes, der in seinem neuen Buch beeindruckende Fallstudien zusammengetragen hat, spricht auch im Interview über die „dunkle“ Seite der geistigen Welt.
Der Mensch ist zu Höherem berufen, als bloß flüchtigen Glücksmomenten nachzujagen. Es geht, wie der Visionär der InterSpiritualität Wayne Teasdale erläutert, um Überwindung des kleinen, beschränkten Ichs und Verwirklichung unseres wahren Wesens.
Ein reicher Edelmann, dessen einziger Sohn verschollen ist, erkennt ihn nach Jahren in einem Bettler wieder. Er versucht, ihn heim zu holen – doch der Sohn ist nicht zur Umkehr bereit. Da schickt der Vater einen besonderen Diener nach ihm aus...
Wir kennen aus der Geschichte berühmte Beispiele für die ergebene Gelassenheit, mit der gottverwirklichte Menschheitslehrer wie Jesus dem Tod ins Auge sahen. Ihr übermenschliches Verhalten offenbart uns tiefe Einblicke in ihre göttliche Natur.
„Für einen Menschen mit sensitiver Veranlagung können die Einflüsse, die ihm in dieser Welt von allen Seiten zuströmen, zur Bedrängnis werden. Der einzige Schutz der Weisen dagegen besteht in der Übung von Unabhängigkeit und Gleichmut (Vairagya).“
„Meditation lässt unseren Alltag leichter werden“, sagt Ajahn Brahm, einer der ungewöhnlichsten buddhistischen Lehrer unserer Zeit. Anfängern vermittelt er die Grundlagen der Meditation, für Fortgeschrittene hat er hilfreiche Hinweise, wie sie noch weiter kommen können. Hier eine Kostprobe aus seinem soliden neuen Praxisbuch:
Mata Amritanandamayi, meist liebevoll „Amma“ (Mutter) genannt, ist eine der bekanntesten spirituellen und humanitären Persönlichkeiten unserer Zeit. In Indien und vielen anderen Teilen der Welt wird Amma als Mahatma, als große Seele verehrt, die sich für die Abschaffung erstarrter Konventionen und des Kastendenkens einsetzt. Dazu gehört auch die konkrete Unterstützung und Ermächtigung von Frauen.
Seit den 70er Jahren entdecken Frauen ihre weibliche Seite neu. Sie beschwören die Wiederkehr der Großen Göttin, verweisen auf matriarchale Wurzeln in vorantiken Kulturen und beschreiten neue Wege als Schamanin, Hexe, Heilerin, Druidin, Priesterin und Mystikerinnen. Frauen leben ihre Spiritualität heute so offen aus, wie kaum je zuvor. Der Weg zu diesem neuen Bewusstsein war steinig und voller Hindernisse.
Wir haben lange genug, zu lange geglaubt, dass Frauen durch den angeblichen Fehltritt Evas, der „Urmutter“ der Menschheit, eine ewige Schuld tragen, die ihre Benachteiligung und Unterdrückung in dieser Welt rechtfertigen würde. Doch bietet die Kabbala, die mystischesoterische Sichtweise auf die biblische Überlieferung, eine andere Einschätzung des ursprünglichen Geschehens.
Mary Baker Eddys Leben und Wirken (1821-1910) ist äußerst beeindruckend. Sie hat der Nachwelt ein umfangreiches Lebenswerk hinterlassen. Dieses ermöglicht es seither allen Menschen, das geistige Heilen auf der Basis der Christlichen Wissenschaft zu erlernen und zu praktizieren.
„Sein Kreuz auf sich zu nehmen“ heißt nicht, sich fatalistisch mit dem irdischen Leiden abzufinden oder es gar märtyrerhaft zu suchen, sondern ist eine Aufforderung, sich klar für den Weg zu entscheiden, der allem Leiden ein Ende setzt.
„Der Arzt hat euch die Medizin gegeben. Ihr aber nehmt sie nicht ein. Wie wollt ihr dann geheilt werden?“
Ein Engel konnte das irdische Leid nicht ertragen und durfte ein Jahr lang die Erde regieren. Alles schien perfekt, doch dann geschah das Unerwartete. Der Engel verstand die Welt nicht mehr. Da verriet ihm Gott ein Geheimnis...
Wie kann, wie darf ein Heiler oder eine Heilerin mit der Gabe des Heilens umgehen? Macht diese Gabe den Heiler zu etwas Besonderem, Besserem? Die Schweizer Heilerin Kristallena Christa Schlegl berichtet hier über göttliche Lektionen in Vertrauen, Teilen und Glauben.
ogiraj Gurunath Siddhanath, geboren am 10. Mai 1944 in Gwalior in Nordindien, ist ein erleuchteter Meister aus dem Himalaya und Begründer der gemeinnützigen Organisation Hamsa Yoga Sangh, die zum Leitbild hat, Weltfrieden durch inneren Frieden zu bewirken. Als Symbol hierfür baute Yogiraj im Wald -Ashram nahe Pune, Indien, den Erdfriedenstempel, der den weltgrößten Quecksilber-Shivalingam beherbergt. Yogiraj gehört zu den ganz wenigen...
Es gab so viel zu tun, es ist so viel passiert. „Wo ist die Zeit bloß hin?“, wundern wir uns, wenn das Jahr, kaum begonnen, sich schon wieder dem Ende zu neigt. Im Eiltempo haben wir Monat für Monat, Tag für Tag unsere beruflichen Aufgaben erfüllt, uns um Familie und Freunde gekümmert, Termine geplant und eingehalten. Schlag auf Schlag kamen Großereignisse hinzu, die die Welt von Grund auf verändert haben. Vergeht heute im 21. Jahrhundert die Zeit schneller als früher?
Was muss geschehen, um aus den aktuellen Krisen herauszukommen? Paul Kohtes antwortet in einem Interview mit Nadja Rosmann undChristian Salvesen
auf aktuelle Fragen.
„Das kontemplative Leben muss uns einen Raum der Stille zur Verfügung stellen. Es sollte eine neue Erfahrung der Zeit erzeugen: unsere eigene Zeit, die nicht vom Ego und seinen Forderungen beherrscht ist.“ (Thomas Merton)
„Wer suchet, der findet.“ Gilt das auch für die Suche nach einem Meister? Die einen suchen und finden, andere suchen nicht und werden doch gefunden. Wie ist das zu erklären?
„Die leisen Lehrer sind überall: In einem wachen Augenblick kann uns eine kleine alltägliche Begebenheit von Grund auf verändern. Dann spiegeln sich darin das Wesen und die Weisheit des ganzen Lebens.“ (Mark Nepo)
Wir leben zweifelsohne in stürmischen Zeiten. Rasch aufeinanderfolgende Veränderungen und Umbrüche beanspruchen nicht nur unseren inneren Orientierungssinn, sondern auch unser Selbstvertrauen. Aber woher den Mut nehmen, um neues Terrain zu betreten?
Unsere Welt ist unüberschaubar und unberechenbar geworden. Die Verunsicherung durch rapide Veränderungen, Katastrophen- und Krisenmeldungen wächst und stellt uns vor die Frage: Lassen wir uns von der Angst beherrschen oder können wir unsere Angst überwinden und gestärkt aus ihr hervorgehen?
„Wo es um die höchste Wahrheit geht – Gott und unsere Seele –, sollte der gleiche Maßstab der Überprüfbarkeit gelten wie in der Wissenschaft. Auch Jesus hielt seine Zuhörer an, seine Worte im Licht der eigenen Erfahrung zu bezeugen.“ (Soami Divyanand
)
Ständig hören wir von Finanzkrise, Schuldenkrise, Eurokrise, Klimakrise und viel Schlimmem mehr. Doch wir können zur positiven Veränderung beitragen, sagt der Arzt und Bestsellerautor Dr. Ruediger Dahlke im VISIONEN
Interview.
„Der Gottverwirklichte genießt Gott in sich und fühlt sich nicht berufen, in die Angelegenheiten der Welt einzugreifen. Erst im Vollkommenen Meister wird die Fülle des Göttlichen auch aktiv zum Ausdruck gebracht.“ (Meher Baba)
„Nach der kontemplativen Schau des göttlichen Selbst (vgl. Teil 1) und dem Säen und Hüten der Geistessaat folgen nun die nächsten Stufen der spirituellen Einweihung: der Kampf mit den Widersachermächten und der Gewinn der Ganzheit.“ (Maximilian Y. Schäfer)
Sich ohne Eigeninteresse für das Wohl anderer einzusetzen, kommt nicht nur der Gemeinschaft zugute, sondern bereichert auch den Helfer in vielfältiger Form. Dr. A. T. Ariyaratne und die von ihm ins Leben gerufene gemeinnützige Organisation Sarvodaya Shramadana auf Sri Lanka liefern hierfür den überzeugenden Beweis.
Die Entwicklung von wahrem, unbegrenztem Mitgefühl steht neben dem Erlangen reiner Weisheit im Mittelpunkt der buddhistischen Lehre und Praxis. In dieser Unterweisung erklärt der tibetische Meditationsmeister Gendün Rinpoche, wie die Grundlagen des Mitgefühls geschaffen und gefestigt werden können.
Nicht erst in der Moderne, sondern schon seit Jahrtausenden treibt die Sehnsucht nach dem „idealen“ Lebenspartner die Menschen um. Doch wahre Liebe ist universell, umfassend und kennt keine Einschränkungen. Keith Sherwood geht in seinem Beitrag dem romantischen Konzept der Seelenverwandtschaft und Liebe zwischen so genannten Dualseelen auf den Grund.
„Religion ist nicht nur Glaube und äußere Form, sondern eine Erfahrung der eigenen Seele. Ein Christus ist den meisten Christen dort noch nie begegnet. Um seiner hohen Aufgabe der Menschenbildung zu genügen, muss das Christentum daher wieder von vorn beginnen.“ (C.G. Jung)
„Die Sprache der heiligen Schriften ist eine Art Geheimcode. Der Schlüssel dazu ist die eigene mystische Erfahrung. Deutungsversuche auf anderer Grundlage gehen naturgemäß fehl. Ein Beispiel dafür ist die Lehre von der Jungfräulichkeit Mariens.“ (Soami Divyanand)
„Der Eisenhans führte den Prinzen zu einem Brunnen mit goldenem Wasser. Den sollte er rein halten. Dieses Sinnbild steht für die Stufe der spirituellen Entwicklung, auf der man sich im Spiegel des eigenen Seelengrundes seiner göttlichen Natur bewusst wird.“ (Maximilian Y. Schäfer)
Grazie ist dem Wortsinn nach eine göttliche Gnadegabe. Sie zeigt sich nur in ichlosem Handeln: wo (noch) kein Ich-Bewusstsein vorhanden ist – oder wo es bereits überwunden ist: in einem gottverwirklichten Menschen. Das zeigt das Gleichnis vom Bären aus Heinrich von Kleists „Über das Marionettentheater“.
„Gott hört die schwachen Schreie einer Ameise schneller als das laute Trompeten eines Elefanten. Wir müssen also beim Beten keine großen Worte machen, ein aufrichtiges Sehnen im Herzen genügt.“
Die wohl bekannteste Blütentherapie wurde vom englischen Arzt Edward Bach entwickelt. Neu war sein Ansatz zwar nicht, denn schon lange vor ihm verwendeten alte Kulturen die Heilenergie der Pflanzen. Dennoch gilt Bach als Pionier der modernen Blütentherapie. Heutzutage kommen Blütenessenzen aus allen Teilen der Welt. Ein Einblick in das Angebot lohnt sich, denn kalifornische, australische oder einheimische Essenzen erweitern die Einsatzmöglichkeiten der Blütentherapie und ergänzen das Bach’sche System.
Wie können wir unsere Herzen füreinander öffnen und uns miteinander verbinden, für das große Ganze einstehen und dabei ganz wir selbst bleiben? Theoretisch ausgeklügelte Weltbilder und Gottesvorstellungen helfen hier nicht weiter…
Der diplomierte Psychologe Christian Meyer weiß aus eigener Erfahrung, dass spirituelles Erwachen unmittelbar mit dem Tod des Ich zu tun hat. Seit über zehn Jahren lehrt er, wie man die Angst davor zulassen und sich in sie hinein sinken lassen kann.
Wenn Heilige zu Tische bitten, geht es um mehr als um geselliges Beisammensein bei Speis’ und Trank. So auch bei Franz und Klara von Assisi, dem großen spirituellen Freundespaar aus der christlich-mystischen Tradition.
„Geld spielt in der wahren Spiritualität nur eine sehr geringe Rolle. Aber die Art und Weise, wie jemand mit Geld umgeht, kann ein wichtiger Hinweis darauf sein, wie aufrichtig er nach Gott strebt.“ (Soami Divyanand)
Faulheit ist ein verbreiteter menschlicher Zug. Leider behindert sie die Energie der Wachheit und unterminiert unser Zutrauen und unsere Stärke. Es gibt drei Arten von Faulheit: der Hang zur Bequemlichkeit, den Mut verlieren und „Scheißegal!“. Das sind drei Weisen, in lähmenden Gewohnheitsmustern steckenzubleiben. Wenn wir diese Muster mit Neugier erforschen, können wir ihre Macht auflösen.