Tun oder Nicht-Tun?

Tun oder Nicht-Tun?

Spiritualität als Reiz des Paradoxen

Dietmar Bittrich sprach mit Torsten Brügge, der in Hamburg eine Bodhisattva-Schule gegründet hat.

Torsten, die meisten Advaita-Lehrer versichern, dass sie keine Lehrer sind. Dass es auch gar nichts zu lehren gebe. Weder Wahrheiten noch Übungen noch Wege. Es gebe ja nicht mal ein Ich, das Wege gehen oder Techniken üben könne. Stimmt das?

Klares Jein. Das Ich-Gefühl, an das wir uns gewöhnt haben, hat tatsächlich illusorischen Charakter. Doch so illusorisch es sein mag, das Leiden daran scheint schmerzlich real. Das Gefängnis mag aus Gedanken gebaut und hundertprozentig eingebildet sein, frei fühlen wir uns trotzdem nicht. Vielmehr fühlen wir uns getrieben von Glaubensmustern und beherrscht von der Unruhe eines umher springenden Geistes. Da kann es eine enorme Erleichterung bedeuten zu hören: Es gibt Möglichkeiten, sich aus dem Gefängnis zu befreien. Und so wird es dann ja auch erlebt: Wir wenden eine Meditationstechnik an, unsere Aufmerksamkeit wird anders fokussiert, der Geist wendet sich ab von der Unruhe der Gedankenketten. Wir entdecken stille, gesammelte Bewusstseinszustände. Womöglich erkunden wir sogar den Ursprung des Ich-Bewusstseins und bekommen Einblicke in das reine Gewahrsein des Absoluten. In diesem Sinne fördert ein „Weg der Übung“ die heilsame Selbst-Erforschung.

Die stille Vermittlung spricht direkt die Ebene echten Nicht-Tuns an. Torsten Brügge

Wir hoffen, Sie finden diese Vorschau auf den Artikel aus dem Magazin VISIONEN interessant!
Es würde uns sehr freuen, Sie als neuen Abonnenten des Magazins begrüßen zu dürfen.

AGBCopyright & DatenschutzImpressumKleinanzeige aufgeben