Vom Knochengrab zum Pilgerort
Eine spirituelle Geschichte
ES WAREN EINMAL VIER REISENDE, und der fünfte von ihnen war ein Hund. An einem Wasserlauf fiel der Hund tot um, und die Reisenden sagten: „Der arme Kerl war uns ein treuer Gefährte. Wir wollen ihn hier begraben und ein Zeichen setzen. Wenn wir wiederkommen, soll es uns an den Ort erinnern, wo unser Hund gestorben ist.“ Also setzten sie ihn bei, häuften Erde über ihn und gingen davon.
Nun kam unerwartet eine Karawane dorthin, die hatte gehört, der weitere Weg sei sehr gefährlich. Da sahen die Reisenden so etwas wie ein Grab und daneben einen Baum. Sie meinten, dies müsse das Grab eines großen Meisters sein, der – wie es üblich war – am Wasser unter einem Baum bestattet war. So gelobten sie ein Zehntel des Wertes ihrer Waren dem dort Begrabenen und versprachen, es dem großen Scheich, ihrem spirituellen Meister, zu bringen, wenn sie heil und gesund ans Ziel kämen.
Nun hatten die Räuber, deren Angriff sie befürchtet hatten, sich zufällig untereinander zerstritten, und so gelangte die Karawane heil durch die Gefahrenzone. Die dankbaren Teilnehmer kehrten alsbald an den „heiligen Ort“ zurück und errichteten dort einen Gedenkplatz, dann einen Kuppelbau und schließlich ein Klostergebäude. Das sprach sich unter den Leuten herum, und so entstand eine blühende Stadt, in der sich schließlich auch ein Herrscher niederließ.
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