Sant Kirpal Singh (1894-1974) wirkte seit 1948 als spiritueller Meister. Auf seinen Vortragsreisen und als langjähriger Präsident der Weltgemeinschaft der Religionen erwarb er sich im Osten wie im Westen große Achtung und Sympathie.
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Der Meister sorgt für den Schüler wie eine Mutter für ihr Kind. Kein Schülerkind kann den Segen ermessen, den es dabei empfängt. Warum nicht einmal den Muttertag zum spirituellen Anlass nehmen und „Mutter Meister“ für diese nimmermüde Fürsorge danken?
„Der Arzt hat euch die Medizin gegeben. Ihr aber nehmt sie nicht ein. Wie wollt ihr dann geheilt werden?“
„Gott hört die schwachen Schreie einer Ameise schneller als das laute Trompeten eines Elefanten. Wir müssen also beim Beten keine großen Worte machen, ein aufrichtiges Sehnen im Herzen genügt.“
Mens sana in corpore sano, wünschten die Römer jedem Neugeborenen: einen gesunden Geist in einem gesunden Körper. Wir müssen sowohl den Körper als auch den Geist gesund erhalten, damit wir beide als Werkzeug für den spirituellen Fortschritt gebrauchen können. Die Ernährung spielt hierbei eine Schlüsselrolle.
„Kommt es eigentlich oft vor, dass Ehepaare, Eltern und Kinder auch schon in früheren Leben zusammen waren? Treffen wir auch anderealte karmische Bekannte wieder? Und geschieht dies nur einmal oder immer wieder?“
„Kümmert euch nicht um den spirituellen Fortschritt anderer Leute, sondern um eure eigene Entwicklung. Dann strahlt euer leuchtendes Beispiel von selbst auf andere aus. Das ist der größte Dienst, den ihr euch und der Welt erweisen könnt.“
VORANGESTELLT. Fasten heißt warten üben: Man schiebt die Nahrungszufuhr ganz oder teilweise auf. Das gilt auch für das spirituelle Fasten des...
„Beim Meditieren merke ich vom Ego nichts. Aber hinterher denke ich manchmal lauter dummes Zeug...“Wann gibt das Ego endlich Ruhe?
„Zu erwarten, dass sich die äußeren Lebensumstände auf dem spirituellen Weg unseren Wünschen anpassen, ist eine Illusion. Wir müssen die von uns selbst geschaffenen Lebensumstände aufrichtig annehmen und verantwortungsvoll mit spiritueller Stärke meistern.“
Geschichten von geläuterten Dieben und Räubern gibt es in jeder mystischen Tradition. Manche Übeltäter wurden später sogar selbst zu Heiligen. Ihr ermutigendes Beispiel zeigt: „Jeder Heilige hat eine Vergangenheit, und jeder Sünder eine Zukunft.“
Gibt es eine Art Hof-Protokoll, das man in Gegenwart eines Meisters beachten muss? „Kommt, wie ihr seid, auch mit Kritik. Das spielt keine Rolle. Hauptsache, ihr seid echte Wahrheitssucher.“
„Meditiere dich reich!“ Das geht wirklich, nur anders als gedacht… Man muss sich ein für alle Mal gegen den Mammon entscheiden und für den Herrn aller Schätze: der Schätze von Himmel und Erde.
„Meditiere dich reich!“ Verlockende Verheißungen wie diese sind heute oft zu hören. Dieses Ziel ist wahrhaftig zu erreichen, nur anders als versprochen und auch nicht umsonst… Wir müssen unser ganzes Herz dafür geben, gewinnen aber den Schatz der Schätze und damit allen Reichtum – den des Himmels und der Erde…
Der Grundsatz der Homöopathie wirkt, bildhaft gesprochen, auch im spirituellen Leben: in der Meditation werden grobstoffliche weltliche Sinnes-Eindrücke durch feinstoffliche göttliche Offenbarungen ausgeglichen – mentale Eindrücke durch geistige Gedankenschwingungen, optische Eindrücke durch schöne innere Visionen und akustische Eindrücke durch erhebende innere Klänge („Sphären-Musik“).
Genau genommen besteht die Spiritualität in einer Rückkehr zur Natur: zu unserer wahren göttlichen Natur. Ein erster Schritt dazu ist die Rückkehr zu einem einfachen, naturgemäßen Leben. Es stärkt nicht nur Körper und Geist, sondern auch unseren Blick für die Einheit der Schöpfung: „Wenn wir die Dinge in der richtigen Perspektive sehen, dann haben wir hier den Himmel auf Erden.“
Die innere Verbindung zwischen der Seele und Gott wird in vielen mystischen Traditionen bildhaft mit dem Liebesverhältnis zwischen Braut und Bräutigam besungen – von den ersten „zarten Banden“ bis zum nie endenden Happy end…
„Es gibt viele Beschreibungen davon, was gute Taten sind, aber die Meister lehren, dass gute Handlungen uns näher zu Gott bringen und schlechte uns von Ihm entfernen. Was sind gute Handlungen? Bemüht euch vor allem um eine wahrhaftige Lebensweise.“
Zar Peter der Große soll durch die fortgesetzte Wiederholung seines eigenen Namens in selige Selbstvergessenheit versunken sein. Um wieviel machtvoller muss da die geistige Wiederholung der „vielen Namen“ Gottes sein? Tatsächlich bilden fünf dieser Namen die Schlüssel zum Himmelreich in uns: sie eröffnen der Seele den Zugang zu den fünf klingenden Schöpfungsebenen, für die sie stehen.
Vor allem spirituelle Neulinge lassen sich gern von dem Gedanken entmutigen, gegen ihre Fehler und Unzulänglichkeiten einfach nicht anzukommen. Ähnlich wie für Menschen, die körperlich entgiften wollen, gibt es jedoch ein altbewährtes praktisches Erfolgskonzept, um karmische Verunreinigungen sicher „auszuleiten“.
Immer wieder schleichen sich negative Einflüsse in unser Denken und Verhalten, die unser spirituelles Wachstum hemmen. Wenn wir uns dafür sensibilisieren, sie schon im Ansatz zu erkennen, wachsen sie sich gar nicht erst zu großen Hindernissen aus. Dann fällt es uns leicht, uns zu konzentrieren, und wir kommen in der Meditation mit großen Schritten voran.
Beim letzten Mal (VISIONEN 4/05) ging es um die Hindernisse, die unserem Fortschritt auf dem spirituellen Pfad entgegen stehen. Hier nun einige hilfreiche Faktoren, die uns auf diesem Weg – und auch sonst im Leben – von Nutzen sind und die wir deshalb ebenfalls kennen sollten.
„Ich bin wirklich gerne bereit zu helfen, möchte aber nicht, dass andauernd irgend jemand etwas von mir will. Ich möchte aber auch nicht nein sagen, wenn jemand etwas von mir braucht. Ist es da nicht besser, nichts zu geben, wenn man es doch nur widerwillig tut?“ In diesem klassischen Gut-mensch - Konflikt hilft nur eines: Selbstverantwortung zeigen und fordern und nur da helfen, wo es wirklich nötig ist.
Von Kontakten mit abgeschiedenen oder aufgestiegenen Seelen (Stichwort: Channeling) versprechen sich viele Menschen Einblicke in höhere Sphären und eine Erweiterung ihres spirituellen Horizonts. Doch warum sich auf Wissen aus zweiter Hand verlassen, wenn man dasselbe Wissen aus erster Hand erlangen kann?
„Gottliebende haben eine bläu liche Ausstrahlung. Wahrhaft spirituelle Menschen haben einen goldenen oder weißen Heiligenschein. Zornige Menschen verströmen dagegen ein düsteres Rot.“ – Im ständigen Kontakt mit der Welt hat sich das Licht unserer Seele immer mehr verdunkelt und verfärbt. Wie kann sie ihre natürliche Farbe und Leuchtkraft wiedergewinnen?
„Gott ist überall. Die ganze Welt ist seine Offen barung. Wenn wir das erkennen, ist alles schön. Nur die dunkle Brille, die wir aufhaben, lässt uns vieles hässlich erscheinen. Wenn unser inneres Auge geöffnet ist, sehen wir die Dinge im rechten Licht und erleben die ganze Welt als Ausdruck von Gottes Liebe.“
Lieben heißt, sein Herz verschenken. In der Bibel steht, wir sollten Gott von ganzem Herzen lieben. Solange unser Herz in vielerlei Bestrebungen zersplittert ist, können wir es nicht verschenken, da es dann nicht einmal uns selbst gehört. Wie aber wird unser Herz ganz, und wie lebt es sich, wenn wir es Gott gegeben haben?
Zwei Fragen sind für wirksames Beten entscheidend: erstens, worum wir bitten sollen (vgl. September-Heft
) – nämlich um das, was für uns am besten ist –, und zweitens, was es braucht, damit unser Wort sicher „in Gottes Ohr“ gelangt.
„In der Bibel steht: Bittet, so wird euch gegeben... (Mt 7,7-8). Unsere Erfahrung sieht allerdings so aus, dass die meisten unse rer Gebete anscheinend erfolglos bleiben. Wir sollten deshalb kritisch über die Frage nachdenken, warum das so ist.“
Körper- und Gemütskräfte, die nicht in den Dienst der Selbstentfaltung gestellt werden, rauben der Seele die Energie, ihre spirituelle Lebensaufgabe zu erfüllen. Sie müssen von ihren „Extratouren“ urückgeholt und für das Ziel der Seele gewonnen werden.
Die unerlöste Seele gleicht einem führerlosen Boot, das endlos von den Wogen des Lebens hin- und hergeworfen wird, ohne jemals Land zu sehen. Doch ein einziger ehrlicher Notruf genügt, und Gott schickt ihr ein Rettungsschiff, das stärker ist als alle Wogen der Welt und sie sicher in ihren Heimathafen bringt.
So wie wir jeden Tag in Radio und Fernsehen Menschen hören und sehen, die nicht physisch bei uns sind, können wir täglich Gott sehen und hören, wenn wir uns innerlich auf seine „Wellenlänge“ einschwingen (Foto: Radiowellen). Und das ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft…
„Taten sagen mehr als Worte, doch Gedanken sind sogar noch stärker. Sie teilen sich allein durch Ausstrahlung mit: wenn wir liebevolle Gedanken haben, strahlen wir auch Liebe aus, selbst ohne ein Wort zu sagen. Genauso ist auch jedes Wort, das wir sprechen, mit dem aufgeladen, was wir im Herzen empfinden.“
„Alle sagen: Gott ist Licht. Um das sagen zu können, muss man es selbst gesehen haben. Das hat nichts mit bloßem Glauben zu tun. Glaube ist die Wurzel aller Religionen. Aber wie entsteht er? Nicht durch Gefühle oder Bücherwissen, sondern durch konkrete innere Anschauung. Der Löffel mag im Honig stecken, aber schmeckt er deshalb etwas davon? Darum seht zuerst und sprecht dann.“
Beim Einschlafen zieht sich die Seele vom Körper zurück und steigt bis hinter die Augen auf. Von hier aus sinkt sie entweder in den Körper zurück, so dass wir schlafen und träumen, oder sie erhebt sich darüber hinaus – dann können wir Visionen haben, die uns wie Träume erscheinen, davon aber grundverschieden sind.
Dienst am Nächsten hilft nicht nur anderen, sondern auch uns selbst. Er öffnet uns für die Segnungen der Meditation, die wiederum unsere selbstlosen Neigungen stärkt und uns mit Liebe für alle erfüllt. Beides stützt sich gegenseitig und muss daher Hand in Hand entwickelt werden.
In allen Religionen gibt es Lichterfeste: im Christentum etwa Advent und Weihnachten, im Judentum Chanukkah, im Hinduismus Divali. Obwohl sie sich in ihren rituellen Formen unterscheiden, gehen sie alle auf denselben spirituellen Ursprung zurück: das göttliche Licht im Menschen. Sie im rechten Geist zu begehen, bedeutet daher, dieses Licht im eigenen Inneren zu erfahren und weiterzuentwickeln.
Die Mitte einer Sache ist etwas, das ihr von innen heraus Struktur, Ordnung und Zusammenhalt verleiht. Um unsere eigene Mitte (medi-um) zu finden, müssen wir also nach innen gehen und medi-tieren. Von hier aus ordnet sich dann automatisch unser ganzes Leben neu.
Alle Meister, die von Zeit zu Zeit gekommen sind, haben die praktische Wissenschaft der Seele gelehrt. Welcher Art ist sie? Es gibt so viele Yogas und Wege, um für immer allen Frieden und alles Glück zu finden. Doch welcher davon ist der einfachste? Die Meister lehren einen ganz natürlichen Weg, denn natürliche Wege sind immer am leichtesten zu gehen. Selbst ein Kind kann damit das Licht des Himmels in sich sehen.
Gottes Gaben schätzen und nutzen. Seid Gott für alles dankbar, was er euch gibt und gegeben hat. Nicht, dass er etwas von euch zurück haben will. Er will nur, dass ihr seine Gaben auch zu schätzen und zu nutzen wisst. Dankbarkeit ist eine große Tugend. Wenn ihr sie euch zu eigen macht, bringt sie euch spirituell mit Riesenschritten voran.
Etwas zu analysieren bedeutet, es in seine Bestandteile zu zerlegen, um es besser zu verstehen. Auch die praktische Selbstanalyse dient dem Zweck, zu begreifen, wer wir wirklich sind. Dabei geht es jedoch nicht darum, unsere Gefühle und Gedankenregungen mental auseinander zu pflücken, sondern unmittelbar zu erfahren, was übrig bleibt, wenn wir uns vorübergehend von unseren materiellen, veränderlichen Anteilen trennen (Körper, Psyche, Verstand): die Seele, unser unver...