In frühester Zeit bauten die Menschen ihre Häuser vor allem aus Holz. Davon zeugen zum Beispiel die rekonstruierten steinzeitlichen Pfahlbauten am Bodensee. Erste Vorgänger für viele der beeindruckenden Kathedralen und Dome aus Stein waren Kirchen aus Holz, die allerdings leicht Bränden zum Opfer fielen, ebenso wie ganze mittelalterliche Städte mit ihren schönen Fachwerkhäusern durch Feuer zerstört wurden.
Im Laufe der Zeit entwickelten sich verschiedene Bauweisen. Die beiden wichtigsten sind die Massivbauweise – wofür das Blockhaus mit seinen dicken Wänden aus Baumstämmen ein anschauliches Beispiel abgibt – und die Skelettbauweise, bei der wie bei den Fachwerkhäusern nur die tragenden Rahmen aus Holz bestehen, oder in einer speziellen Bauweise auch bei den herrlichen nordischen Stabkirchen.
Heute werden Holzhäuser oft in Fertigteilen angeliefert, wodurch sie erschwinglich werden. Von den 169.000 Gebäuden, die 2006 in Deutschland errichtet wurden, entstanden 23.000 in Holzbauweise. An erster Stelle stehen dabei die Einfamilienhäuser, aber auch ein Viertel aller gewerblichen und öffentlichen Gebäude entstanden aus Holz. Aufgrund neuerer Forschungen und Entwicklungen in der Statik und beim Brandschutz sind mittlerweile auch mehrgeschossige Holzhäuser möglich. Das erste sechsgeschossige und 20 m hohe Holzhaus entstand 2006 in Steinhausen (Kanton Zug, Schweiz), bietet dabei allen Komfort und erfüllt darüber hinaus sämtliche Anforderungen, die an ein Niedrigenergiehaus gestellt werden. 2008 wurde ein siebenstöckiges Wohnhaus in Berlin errichtet. Der Schweizer Peter Zumthor, einer der bedeutenden Architekten unserer Zeit, erhielt 2006 den Preis für moderne Holzarchitektur, was zeigt, dass Holz einen durchaus modernen Baustoff darstellt. Im Bereich des Bauingenieurwesens werden an zahlreichen Hochschulen Diplom- und Vertiefungsstudiengänge zum Holzbau oder zur Holztechnik angeboten.
„Holz ist das Material des 21. Jahrhunderts.“ (Matteo Thun)
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